Es war wieder einmal ein langer Schultag, du kommst spät nach Hause und machst nach dem Znacht sofort deine Hausaufgaben. Dann kuckst du auf die Uhr, es ist schon neun. Jetzt willst du noch etwas Freizeit, und so kommt es, dass du wieder mal höchstens sechs Stunden schlafen wirst. Kennst du das?
Wer zu wenig schläft – also weniger als 8 bis 10 Stunden täglich – hat so einige Nebenwirkungen. Etwa hat er oder sie schlechtere Noten (4.5% schlechter, als wenn man genug schläft), weniger Kreativität, weniger kognitives Potenzial, höhere Suizidalität, höhere Aggressivität, er oder sie verursacht mehr Verkehrsunfälle, leidet häufiger unter Fettleibigkeit, hat weniger Sozialkompetenz, ein schlechteres Erinnerungsvermögen, ist weniger motiviert, bricht häufiger die Schule ab undundund. Zu wenig Schlaf ist eigentlich inakzeptabel.
Zu wenig Schlaf ist eigentlich inakzeptabel.
Keine Angst, du bist aber nicht alleine. Statistiken zeigen, dass 87% der Schüler*innen chronisch zu wenig Schlaf haben. (Bei Lehrpersonen könnte das ähnlich aussehen.) Woran liegt das?
Ein Grund ist, dass der Körper von Teenagern anders tickt. Sie sind länger wach, gehen später schlafen, doch Schlaf ist gerade für ihre Entwicklung wichtig. Diese Verschiebung ist so stark, dass sich für einen Teenager das Läuten des Weckers um 6.30 Uhr so anhört, als ob es erst 4.30 Uhr wäre. Eine Studie hat gezeigt: Wenn die Schule eine Stunde später startet, kommen Teenager durchschnittlich zu vierunddreissig Minuten mehr Schlaf in der Nacht. Klingt toll, nicht?
Wenn also ein späterer Schulbeginn für die Erholung der Schüler*innen eigentlich Vorteile brächte, fragt man sich, warum man das nicht so macht? Es ist wohl deshalb, weil es kompliziert wäre, das zu organisieren. Schulen, Eltern und Vereine müssten sich dadurch zeitlich neu organisieren. Veränderungen sind immer schwierig, aber ohne Veränderungen lassen sich Probleme nicht lösen.
Und doch haben es einige Schulen gewagt. Im Jahr 2022 hat man in Kalifornien eine neue Regel eingeführt: Schulen dürfen nicht vor 8.30 Uhr starten. Diese neue Regel hat für die Jugendlichen einen grossen Unterschied gemacht. Sie können länger schlafen und bessere Schulleistungen erbringen. Viele andere Staaten wie Massachusetts, New York und New Jersey wollen nachziehen.
Klar, ein späterer Schulbeginn am Morgen ist ein Kompromiss: Es gibt dabei ein paar Nachteile, aber es gibt auch grosse Vorteile. Ich denke, ein Versuch lohnt sich. Was denkst du?